Biblischer Lebensstil | adventistisch

"Mein Lieber, ich wünsche dir, dass es dir in allen Dingen gut gehe und du gesund seist,

so wie es deiner Seele gut geht." (3 Joh 2)

 

 

 

Gesundheit

Man bezeichnet die Gesundheit als das Gleichgewicht aller Lebensfunktionen.

Gesund ist also der, bei dem sich alle körperlichen und seelischen Funktionen im Gleichgewicht halten. Krankheit ist somit die Störung dieses Gleichgewichtes.

Ist dieses Gleichgewicht einmal gestört, das heißt, ist Krankheit eingetreten, liegt es nicht in der Hand von Menschen, “gesund zu machen”.

Der Arzt kann nur das Anspringen des heilenden Motors bewirken. Den Gesundungsprozess erledigt die Natur selbst.

 

Hippokrates:

“Medicus curat, natura sanat.” (Der Arzt behandelt, die Natur heilt)

 

“Reine Luft, Sonnenschein, Mäßigkeit, Ruhe, Bewegung, richtige Diät, die  Anwendung von Wasser, Vertrauen in die göttliche Kraft, – dies sind die wahren  Heilmittel.” (E. G. White, In den Fußspuren des großen Arztes, S. 129)

 

Gott als Arzt und Ratgeber

Die Bibel zeigt uns Gott als Urheber und Schöpfer aller Dinge. Es überrascht uns deshalb nicht, wenn uns in der Hl. Schrift Gott auch als Arzt und Ratgeber in Gesundheitsfragen begegnet.

 

2 Mo15, 26 “Und sprach: Wirst du der Stimme des Herrn deines Gottes gehorchen und tun, was recht ist vor ihm, und merken auf seine Gebote und halten alle seine Gesetze, so will ich dir keine der Krankheiten auferlegen, die ich den Ägyptern auferlegt habe; denn ich bin der Herr, dein Arzt.” 

 

Wie jeder Arzt Ratschläge erteilt und Anordnungen trifft, teils zur Bekämpfung der Krankheiten, teils zu ihrer Verhütung, so hat Gott bestimmte Vorschriften gegeben, deren Beachtung der Förderung unserer Gesundheit dienlich sind. Gott segnet seine Kinder mit Gesundheit, wenn sie bereit sind, seine Anweisungen zu beachten.

 

Die Einheit “Mensch”

1. Thess 5, 23: Leib, Seele und Geist –

Gott möchte den Menschen in seiner Ganzheit heilen, d. h. gesund machen und erhalten.

 

“Da Geist und Seele sich im Körper ausdrücken, hängt die geistige und geistliche Spannkraft in hohem Maße von körperlicher Gesundheit ab. Was immer die leibliche Gesundheit fördert, begünstigt auch die Entwicklung eines starken Geistes und eines wohl ausgeglichenen Charakters. Ohne Gesundheit kann niemand seine Verpflichtungen gegen sich selbst, seine Mitmenschen und seinen Schöpfer recht verstehen oder vollständig erfüllen. Deshalb sollte die Gesundheit ebenso gewissenhaft gehütet und gepflegt werden wie der Charakter.” (E. G. White, Erziehung, S. 181)

 

Überziehen wir nicht unser Gesundheitskonto!

(“Entweder ein Mensch lebt spannend und kurz, oder fad und lang.”?)

 

“Gesundheit ist von unschätzbarem Segen und dem Gewissen und der Religion viel enger verbunden, als viele annehmen…. Die Wichtigkeit der Gesundheitsvorsorge sollte als biblische Forderung gelehrt werden…. Keiner kann seine Verpflichtungen Gott gegenüber recht verstehen, der nicht klar erkennt, welche Pflichten gegen sich selbst auf ihm als Gottes Eigentum ruhen. Wer in sündhafter Unwissenheit über die Lebens- und Gesundheitsgesetze bleibt oder sie wissentlich verletzt, sündigt gegen Gott.” (E. G. White, Counsels to Parents, Teachers and Students, S. 294, 295)

 

Es liegt in unserer Verantwortlichkeit Gott gegenüber, dass wir der Frage, wie wir gesund bleiben können, gewissenhaft nachgehen. Wir gehören nicht uns selbst. Wir sind durch Schöpfung und Erlösung Gottes Eigentum geworden.

 

Lebensstil bedingt Leben

(altes Leben – oder neues Leben – oder eine undefinierbare Mischung aus beiden?)

 

1 Kor 10, 31 “Ob ihr nun esst oder trinkt oder was ihr auch tut, das tut alles zu Gottes Ehre.”

 

Die Frage des christlichen Lebensstiles verlangt im Vorfeld die Frage nach dem Leben. Erst für einen, der lebt, ist die Frage nach dem Lebensstil relevant.

 

1 Jo 5, 12 „Wer den Sohn hat, der hat das Leben …“

 

Einer, der mit Christus lebt, bringt in seinem Lebensstil seine Haltung zu Gott zum Ausdruck.

 

Allgemeine biblische Ratschläge

Die Bibel gibt viele Hinweise und Ratschläge und vermittelt uns die Einsicht, wie gute Gesundheit erhalten werden kann.

--        Positives Denken fördert die Gesundheit (Sprüche 17, 22; Phil 4, 8)

 

Die Bibel des AT und NT empfiehlt Gedankenhygiene!

 

Aus biblischer Sicht lassen sich folgende Ratschläge ableiten:

–         Vermeiden wir es uns ständig zu beklagen.

–         Bemitleiden wir uns nicht selbst.

–         Nehmen wir nicht alles gleich persönlich.

–         Stecken wir uns nicht zu hohe oder zu niedrige, sondern erreichbare Ziele.

–         Zerpflücken wir nicht ständig unsere eigenen Gedanken und Gefühle.

–         Leben wir im Einklang mit uns selbst.

–         Anerkennen wir die Verschiedenheit der Menschen.

--        Passen wir uns an unsere Umgebung an, und forme wir sie zugleich nach unseren Wünschen.

–         Haben wir allezeit eine freudige, bejahende Grundstimmung.

–         Leben wir für andere.

--        Beten wir zu Jesus Christus, damit wir von unseren Schuldgefühlen befreit werden.

 

Schon im Jahre 1867 wies E. G. White auf die enge Beziehung zwischen Krankheit des Leibes und Gefühlen der Unzufriedenheit und des Ärgers hin.

Heute sagen uns Wissenschaftler, dass ein großer Teil der Krankheiten auf emotionelle Faktoren, wie Schuldgefühle, Angst, nicht vergeben können etc. zurückzuführen sind.

 

“Zwischen unseren Gedanken und unserem Körper besteht eine enge Wechselwirkung. Wenn das eine betroffen ist, leidet das andere mit. Der Zustand unserer Gedanken beeinflusst unsere Gesundheit viel mehr, als viele erkennen. Viele der Krankheiten, von denen Menschen befallen sind, sind eine Folge geistiger Depressionen. Sorge, Angst, Unzufriedenheit, Ärger, Schuld und Misstrauen untergraben die Lebenskräfte und führen zu Zerfall und Tod. Krankheit wird oft durch die Vorstellungskraft hervorgerufen oder verschlimmert. Viele sind ein Leben lang Invalide, die gesund sein könnten, wenn sie nur so denken würden. Hoffnung, Vertrauen, Glaube, Mitgefühl und Liebe fördern die Gesundheit und verlängern das Leben.”  (E. G. White, Counsels on Health, S. 344)

 

Ruhe und Stille

Mk 6, 31; Mt 11, 28 – 30; 2 Mo 20, 8 – 11; Jes 30, 15; Jer 6, 16

Zwar betont die Bibel den Segen der Arbeit (Spr 6, 6–11), dennoch fordert die Ordnung Gottes eine Zeit der Ruhe, der Sammlung und der Stille.

Beachten wir das vierte Gebote im Dekalog: 2 Mo 20, 8–11

Viele Ärzte betonen auf Grund der Erfahrungen in ihrer täglichen Arbeit und in ihrem täglichen Umgang mit Erkrankten, dass Ruhelosigkeit und Friedlosigkeit zu Funktionsstörungen des Körpers führen können.

 

Die ursprüngliche Ernährung

1 Mo 1, 29. 30; 1 Mo 2, 16. 17

Getreide, Nüsse und Früchte waren die Nahrung für Adam und Eva. Auch die Nahrung für die Tierwelt war pflanzlicher Art.

Die Aussagen am Anfang der Bibel zeigen, dass es nicht in der Absicht Gottes lag, Tiere für Nahrungszwecke zu schlachten.

Das Ende der Sünde bringt eine komplette Verwandlung der Erde ins Reich Gottes. Es wird kein Schlachten der Kreatur mehr geben. Der paradiesische Zustand wird wiederhergestellt sein. (Jes 11, 6 – 9; 65, 25).

 

Die Ernährung nach der Sintflut

Die Sintflut hatte einen nachhaltigen Einfluss auf das Leben auf unserem Planeten. Die klimatischen Veränderungen der weltweiten Flut, nahmen auch wesentlichen Einfluss auf die Ernährung der Menschheit; und beides auf ihr Alter.

 

Adam         930 Jahre           Jared               962 Jahre

Seth           912 Jahre           Henoch           365 Jahre

Enosch      905 Jahre           Metuschelach  969 Jahre

Kenan        910 Jahre           Lamech           777 Jahre

Mahalalel   895 Jahre           Noah               950 Jahre

 

Nach der Sintflut sank das Alter der Menschen plötzlich und auffallend:

 

Sem                600 Jahre      Regu           237 Jahre

Arpachschad  438 Jahre      Serug          230 Jahre

Schelach        433 Jahre       Nahor         148 Jahre

Eber               464 Jahre      Terach         205 Jahre

Peleg             239 Jahre      Abraham     175 Jahre

 

Fleisch

Nach der Sintflut erlaubte Gott Fleisch als Nahrung (1 Mo 9, 1-4).

(Die Ernährung der Israeliten bei der Wüstenwanderung: 2 Mo 16, 14. 15. 31. 35)

“Als Gott das Volk Israel aus Ägypten ausführte, hielt er Fleischspeisen in großem Maße von ihnen fern. Gott gab ihnen Manna und frisches Wasser aus dem Felsen.” (E. G. White, Counsels on Health, S 111)

 

Zu beachten – zwei Arten von Unrein

Die Bibel kennt zwei Arten von unrein.

 

1.         Permanente (bleibende), nicht rituelle, nicht kultische, in ihrem Wesen nicht zeremonielle Unreinheit

Diese Unreinheit kann durch nichts aufgehoben werden, sie kann auch nicht durch kultische Handlung gereinigt werden. Unreine Tiere waren niemals rein, werden niemals rein sein. Diese Unreinheit wird vererbt. Gottes Gesetz diesbezüglich ist nicht Teil des Zeremonialgesetzes.

 

2.         Rituelle, kultische, zeremonielle Unreinheit

Diese Unreinheit (z. B. Aussatz, Berühren eines Leichnams) ist eine erworbene Unreinheit, die durch eine kultisch/rituelle Handlung gereinigt wird. Dies ist Teil des Zeremonialgesetzes.

 

Eine ewige Wahrheit

1 Mo 7, 2        Über die prinzipielle Unterscheidung von rein/unrein wurden die Menschen von Anfang an von Gott unterrichtet. Sie stammt weder von Noah, noch von Mose, sondern ist mit ursprünglichen und ewigen Wahrheiten verbunden wie “Ehe” oder “Sabbat”. Nur reine Tiere durften geopfert (1 Mo 4, 2. 4) werden.

Das war eine universelle, für alle Menschen gültige Norm!

Ebenso kannte man die Verordnung Gottes von 1 Mo 9, 4, dass der Mensch nicht das Fleisch in seinem Blut essen darf. Die Universalität dieses Gesetzes wird auch in der apostolischen Verordnung erkannt: Apg 15, 20.

 

Rein – oder unrein = Zum Essen erlaubt – oder zum Essen nicht erlaubt

Kennzeichen von rein und unrein:

3 Mo 11          Gott hat klar erkennbare Merkmale gegeben, um Tiere für die Ernährung als erlaubt oder unerlaubt zu kennzeichnen:

3 Mo 11, 2-8


Bitte lade dir folgenden Vortrag von Dr. W. Veith herunter:

 https://www.youtube.com/watch?v=yhkB22dm9Sg

 

Zusatz: Todesursachen bei Adventisten

In den Jahren 1958 – 1965 startete die Loma Linda Universität eine Studie unter den ca. 50.000 in Kalifornien ansässigen Adventisten. Innerhalb der Periode von 8 Jahren wurden alle Todesfälle und Todesursachen unter den Adventisten registriert und ausgewertet. Die Sterblichkeit unter Adventisten wurde errechnet und mit der Sterblichkeit der Gesamtbevölkerung von Kalifornien verglichen. Die Sterblichkeitsziffer für Kalifornien wurde mit 100 % gewichtet.

Wenn wir z. B. die Häufigkeit von Lungenkrebs als Todesursache anhand der nachfolgenden Aufstellung betrachten, so sehen wir, dass auf 100 Fälle von Lungenkrebs mit tödlichem Ausgang bei in Kalifornien ansässigen Personen nur 20 Todesfälle in einer gleich großen Gruppe von Adventisten bei gleicher Alters- und Geschlechtsverteilung vorkommen.

Wegen der niedrigeren Sterblichkeitsziffer unter den Adventisten in Bezug auf die verschiedenen Todesursachen weisen die Adventisten eine größere Lebenserwartung auf als die durchschnittliche kalifornische Bevölkerung. Adventisten rauchen bekanntlich nicht und nehmen auch keine alkoholischen Getränke zu sich. Daraus ist ersichtlich, dass Adventisten seltener Krankheiten erliegen, die in engem Zusammenhang mit Rauchen und Trinken stehen.

Adventist Health Study/School of Health/Loma Linda University, California, 92354 USA

Beachte auch folgenden link: http://www.llu.edu/public-health/health/index.page